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Essen in Thailand

Essen in Thailand

Eine Kultur erschließt sich dem Besucher auf besonders angenehme Weise durch ihre Küche. Für Thailand bedeutet das: in jeder Hinsicht scharf. Das hat seinen guten Grund, denn die Chilis, die hier bei kaum einem Gericht fehlen, vernichten Bakterien und bringen außerdem den durch Hitze ermatteten Kreislauf wieder auf Trab. Neben Chilis werden in der Thai-Küche natürlich zahlreiche Gewürzmischungen verwendet, die aus zwanzig oder sogar noch mehr Einzelgewürzen bestehen können. Statt Salz verwendet man hier die Fischsoße Nam Pla, die den Speisen eine würzig-pikante Note verleiht. Auch Zitronengras und Korianderblätter geben vielen Mahlzeiten ihren typischen Duft und Geschmack.

Wer auf unkomplizierte Weise den kulinarischen Abwechslungsreichtum Thailands kennenlernen will, gönnt sich am besten einige der vielen duftenden Snacks, die in den Garküchen an den Straßenrändern blitzschnell zubereitet werden und äußerst preiswert sind. Dasselbe gilt für die Kleingaststätten auf den Märkten. In einem Thai-Restaurant ißt man übrigens nicht mit Stäbchen - es sei denn chinesische Nudelgerichte - , sondern mit Löffel und Gabel. Wer die Eßregeln korrekt beherrschen will, schiebt das Essen zunächst mit der Gabel auf den Löffel und diesen zum Mund - zumindest in Bangkok. Je ländlicher die Regionen allerdings werden, desto eher wird einfach die rechte Hand zum Essen genommen. Auch dabei ist Fingerfertigkeit gefragt: Man forme - nur mit der Rechten, denn die Linke gilt als 'unrein'! - kleine Kugeln aus Klebereis, tunke sie in eine pikante Soße und befördere sie zum Mund, ohne sich zu bekleckern.

Thailands Küche ist reich an Variationen. Dabei hat jede Region ihre eigenen traditionsreichen Mahlzeiten. Im Norden ißt man üppiger als in der Zentralregion oder im Nordosten: Vor allem Schweinefleischgerichte mit Rezepturen aus Laos und Burma sind typisch; dazu darf auch hier der gut sättigende Klebereis nicht fehlen. Zu Fleisch- und Geflügelgerichten werden oft gebratene oder in Gemüsebrühe gekochte Nudeln in diversen Sorten genossen. Im Nordosten wird die Küche zusehends schärfer und für den Europäer gewöhnungsbedürftig - Frösche und Landkrebse sind Geschmackssache -, während in den Küstengebieten vor allem das beliebte Seafood lockt: fangfrische Fischgerichte und -snacks sowie Meeresfrüchte aller Art.

Eine große Auswahl guter einheimischer Restaurants gibt es in Bangkok und auch in Chiang Mai, wobei oft klassische Tanzvorführungen als zusätzlicher Genuß angeboten werden. Zu jeder Tages- und Nachtzeit bieten die Garküchen an den Straßenrändern und auf den Klongs Steh-Imbisse.

Wer um keinen Preis auf sein gewohntes Schnitzel oder seine Pizza verzichten will, findet in den Großstädten und auch in Touristenzentren wie Pattaya oder Phuket europäische Gastronomie.

Essen ist in Thailand nicht nur erstes Gesprächsthema beim 'Smalltalk', sondern auch unverzichtbarer Bestandteil jeder geselligen Runde. Dabei werden Reis und verschiedene kleine Gerichte bereitgestellt, von denen jeder etwas probiert. Getrennte Abrechnungen in Restaurants gelten als Unsitte: Wenn es sich nicht um eine Einladung handelt, zahlt immer derjenige, der am besten dazu in der Lage ist.

   
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